Bergland probt den Ernstfall – gut vorbereitet für den Hochwasserschutz

Viele erinnern sich noch gut daran, wie rasch sich Hochwassersituationen entlang der Erlauf entwickeln können. Im September 2024 war die Kendlerbrücke unterspült, die Firma Amashaufer sowie zwei Liegenschaften in Kendl waren betroffen. Auch die Gemeinde selbst erlitt Schäden, unter anderem durch große Mengen an Schwemmgut und Müll entlang der Erlauf bis zur Autobahn. Um für einen ähnlichen Ernstfall bestmöglich gerüstet zu sein, hat die Gemeinde Bergland kürzlich eine umfassende Krisenstab-Übung durchgeführt.

In einer rund vierstündigen Übung stellte sich der Krisenstab einer realitätsnahen Hochwassersimulation. Unter der Leitung von Bürgermeister Walter Wieseneder wurde geprobt, wie im Ernstfall die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Einsatzorganisationen und Bevölkerung effizient und koordiniert abläuft.

Gute Vorbereitung spart wertvolle Zeit

Zu Beginn der Übung stand eine etwa einstündige Einschulung in die Stabsarbeit im Mittelpunkt. Dabei ging es um klare Zuständigkeiten, kurze Entscheidungswege und eine verlässliche Kommunikation und Dokumentation – Faktoren, die in einer Krisensituation entscheidend sein können.

Aus Erfahrungen lernen

Die Wahl des Übungsszenarios war bewusst getroffen. Frühere Hochwasserereignisse haben gezeigt, wie wichtig eine gute Vorbereitung und abgestimmte Abläufe sind. Diese Erfahrungen wurden analysiert und flossen direkt in die Übung ein, um den Katastrophenschutz in der Gemeinde weiter zu verbessern.

Szenario: Starkregen und Schneeschmelze

Angenommen wurde ein drohendes Hochwasser, ausgelöst durch anhaltenden Starkregen in Kombination mit Schneeschmelze. Der Krisenstab hatte die Aufgabe, rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten und auch mögliche Begleitprobleme – etwa Versorgungsengpässe oder einen Stromausfall – mitzudenken.

Geübt wurden unter anderem:

·         die Weitergabe aktueller Lagemeldungen an die Bezirksbehörden

·         die Information der Bevölkerung über Lautsprecher, Gemeindemedien und soziale Kanäle

·         die Koordination von Feuerwehr und Rettungsdiensten

·         die Organisation, Befüllung und Verteilung von Sandsäcken

·         der Aufbau von Hochwasserschutzmaßnahmen

·         die Vorbereitung von Straßensperren und Umleitungen

·         die laufende Beobachtung der Pegelstände

·         die Sicherstellung von Versorgung und Kommunikation auch bei Stromausfall

Zusätzlich musste der Krisenstab auf typische Alltagssituationen reagieren – von Anfragen aus der Bevölkerung über Medienkontakte bis hin zur Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen.

Gemeinsam gut vorbereitet

Die Übung zeigte deutlich, dass Bergland gut vorbereitet ist – und gleichzeitig weiß, dass laufendes Training und Weiterentwicklung wichtig bleiben. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun in bestehende Notfall- und Schutzpläne eingearbeitet, um die Sicherheit in der Gemeinde weiter zu erhöhen.

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